Webdesign für Sehbehinderte
Als ich vor ein paar Jahren eine Webdesign / Webpublishing Schule absolvierte, wurde uns immer wieder gesagt, wie wichtig es sei, auch behinderte Menschen zu berücksichtigen beim erstellen von professionellen Webseiten. Dafür gibt es natürlich auch Standards und Regeln. Natürlich ist es auch absolut sinnvoll dies auch umzusetzten. Eigentlich wäre es auch kein grosses Problem, die wichtigsten Regeln einzuhalten, aber natürlich mit Aufwand verbunden.
In der Praxis sieht dies leider einwenig anders aus. Ich behaupte einmal, dass der grösste Teil der Webseiten im World Wide Web nicht geeignet sind für Seh- und Hörbehinderte Menschen. Dabei muss ich zugeben, die meisten meiner eigenen Projekte sind sicherlich nicht in erster Linie für Behinderte User programmiert. Dafür gibt es sicherlich viele Gründe. Das kann das Budget sein oder Design Vorstellungen des Kunden. Ev. muss man auch Corporate Designs einhalten etc. Zudem ist es meist nicht einfach einen Kunden davon zu überzeugen. Denn meist muss man ja dem Kunden noch von weiteren Punkten die wichtig sind wie Usability, Suchmaschinenoptimierung, Ladezeiten und und und überzeugen bzw. beraten.
Wenn ich meine Webdesign Offerten Anfragen anschaue, habe ich manchmal das Gefühl, manche Leute denken mit ein paar Klicks erstellt man ganz schnell eine individuelle und professionellen Internetauftritt. Das jemand der nicht aus der Branche kommt, den Aufwand unterschätzt ist natürlich normal, aber da kommen manchmal Anfragen wie z.B.: Erstellen Sie mir bitte eine kostenlose Offerte für meine neue Webseite. Damit kann ich natürlich nicht viel anfangen.
Goeldi welcher u.a. Spezialist für Usability, Suchmaschinenoptimierung, Hosting und eben Barrierefreies Webdesign ist, hat in seinem Blog, sein neustes Projekt Radio Blinkdbild vorgestellt. Es ist eine Webseite optimiert für Sehbehinderte Menschen, ganz nach den Richtlinien und Standards von W3C Barrierefreies Webdesign.
Was mich zwar persönlich einwenig wundert, dass er die Farben weiss auf schwarzem Grund gewählt hat. Denn der Kontrast wäre umgekehrt besser für Sehbehinderte. Ich vermute jedoch, das war eine Vorgabe des Kunden. Ebenfalls ist er sich “seinen” Usability Regeln nicht treu geblieben. Denn zu den 10 Häufigsten Usability Fehlern laut Nielsen gehören, die Links nicht in blau und unterstrichen darzustellen. Das war seine Lieblingsliste in den Webdesign Kursen
(war mein Teacher
) Jedoch macht es sicherlich auch Sinn auf schwarzem Hintergrund keine blauen Links zu setzen. Natürlich bin ich selber auch nicht besser…CSS ist halt eben schon ein tolles Instrument. Für mich persönlich ist es aber absolut wichtig, dass man einen Link auf den ersten Blick erkennt. Es gibt nichts übleres, als den ganzen Bildschirm abzusuchen, bis die Maus endlich zur Hand wird. Dies bewerkstellige ich eigentlich immer mit dem Unterstreichen der Links, wie es das HTML auch vorsieht. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, darüber werde ich aber zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Blog schreiben.
Verwandte oder ähnliche Artikel

